Snack mol weder platt!

Moin, leve Lüüd,es klingt viel versprechend: „Hamburger Schüler sollen auch in Platt Abitur machen können“, schrieb das Hamburger Abendblatt am 7. März 2017 auf seiner Titelseite. Der Artikel begann mit „Ik heff mien Abi al in de Tasch“, und die Zeitung prognostizierte, dass im Schuljahr 2021/2022 erstmals Prüflinge ihren Abschluss im Fach Niederdeutsch ablegen können. Auch der „Handlungsplan Sprachenpolitik“ des Landes Schleswig-Holstein sehe vor, dass Niederdeutsch bis zum Abitur angeboten wird.

„Plattdüütsch wedder in Mood“, heißt es in derselben Zeitungsausgabe, und das bringt die Sache auf den Punkt. Dank EU-Charta, zahlreicher Initiativen und vielfältiger Angebote ist es gelungen, die Niederdeutsche Kultur mit neuem Leben zu füllen und wieder in unserem Alltag zu verankern. Kürzlich sah ich eine Vorstellung im Ohnsorg Studio, in der fast ausschließlich Flüchtlingskinder saßen. Es war eine pure Freude zu sehen, wie neugierig die Kinder auf die plattdeutsche Sprache reagieren und wie begeistert sie diese annehmen.

Das aktuell größte „Problem“ jedoch beschreibt Peer Marten Scheller, Sprecher des Plattdeutschen Rates für Hamburg: „Uns sind zwei Generationen weggebrochen“. Gemeint sind die heutigen Generationen 25 plus und 50 plus. Alles rund um die Themen Heimat, Herkunft, regionale Besonderheiten usw. war während deren Jugend oftmals einfach „uncool“, „ne olle Kamelle“ oder schien „braun gefärbt“ zu sein. Auch die plattdeutsche Sprache hat darunter mächtig gelitten. Das ist nun hoffentlich bald vorbei, denn endlich finden die Menschen wieder zu einem unverkrampftem, selbstbewussten, lebendigen und gar nicht musealen Umgang mit der eigenen Kultur und Identität. Natürlich immer im Kontext zur gesellschaftlichen Vielfalt, geprägt von respektvollem Miteinander im interkulturellen Zusammenleben!

Parallel zur Globalisierung hat sich der Trend zur Regionalisierung entwickelt, aus der Anonymität heraus suchen viele Menschen wieder nach ihren Wurzeln, wärmen sich an Bekanntem und beschäftigen sich mit Dingen, die man noch verstehen und überblicken kann. Also das, was vor der eigenen Haustür passiert. In diesem Sinne ist mir nicht bange, dass immer mehr Menschen sich für die Regionalsprache begeistern und die Reize und den Wohlklang des Plattdeutschen wieder entdecken. Die „2. Plattdeutschen Kulturtage“ bieten ein wunderbares Forum dafür! Dat is allerbesten Kraam! Viel Freude und Inspiration wünscht Ihnen

Ihr Michael Lang

(Schirmherr

der 2. Plattdeutschen

Kulturtage in Hamburg)

 

Platt in Volksdorf

Do., 28. Sept. 19.00 Uhr: Eröffnungsveranstaltung im Festsaal des Walddörfer Sportvereins, Halenreie 32-34

Fr., 29. Sept. 20.00 Uhr: Erzählung – Heinz Tiekötter
in der Schulkate, Im Alten Dorfe 60

Fr., 29. Sept. 20.00 Uhr: Musik – Otto Groote und Ensemble
in der KunstKate, Eulenkrugstraße 60

So., 1. Okt. 15.00 Uhr: Führung durch das Museumsdorf op Platt im Museumsdorf

Mo., 2. Okt. 18.00 Uhr: Film – „4 Stunden von Elbe 1“ – Helga Feddersen (Teil 1)
in der Räucherkate, Claus-Ferck-Str. 43

Di., 3. Okt. 18.00 Uhr: Film – „4 Stunden von Elbe 1“ – Helga Feddersen (Teil 2)
in der Räucherkate

Do., 5. Okt. 18.30 Uhr: Vortrag – „Missingsch“ – von Dr. phil. Viola Wilcken
in der Räucherkate, Claus-Ferck-Str. 43

Do., 5. Okt. 19.00 Uhr: Musik undErzählung – Jan Graf im Wagnerhof, Museumsdorf

Fr., 6. Okt. 15.00 Uhr: Führung durch das Museumsdorf op Platt im Museumsdorf

Weitere Termine finden Sie im Programmheft (oben, Titel einfach anklicken)