Wie das Leben unsere Gene prägt


Das Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus lädt herzlich ein zu einer besonderen Veranstaltung im Rahmen der Reihe „MedizinKompakt“:

Am 5. Juli sprechen der Wissenschaftspublizist und Bestsellerautor Dr. Peter Spork („Gesundheit ist kein Zufall“, www.peter-spork.de) sowie Dr. Wolf Lütje, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus, über das Thema:

„Wie das Leben unsere Gene prägt – warum die Epigenetik unseren Blick auf die Gesundheit verändert“.

Der Text der Gene prägt unser Leben –  dieses Wissen zählt heute zur Allgemeinbildung. Weit weniger bekannt ist hingegen die Tatsache, dass auch das Umgekehrte passiert: Die Art und Weise, wie wir unser Leben führen, hat Einfluss auf die Regulation unserer Gene. Epigenetik nennt sich das relativ junge Fachgebiet in der Biologie, in dessen Rahmen Änderungen der Genaktivität erforscht werden, die nicht auf Mutation beruhen und trotzdem gespeichert und an Tochterzellen weitergegeben werden. Erkenntnisse der Epigenetik führen zu einem anderen Blick auf unsere Gesundheit: „Gesundheit ist ein Mehrgenerationenprojekt, wir haben unsere Gesundheit und auch die unserer Kinder und Enkelkinder selbst in der Hand! Wir werden nicht gesund oder krank geboren. Gesundheit ist kein Zustand sondern ein andauernder Prozess. Sogar die Erfahrungen der Eltern und Großeltern, deren Ernährungsgewohnheiten oder seelische Belastungen sind molekularbiologisch gespeichert. Besonders wichtig sind zudem die Erlebnisse aus dem Mutterleib und dem ersten Jahr nach der Geburt“, so Spork.

Die vorgeburtliche und frühkindliche Prägung beeinflusst beispielsweise die Veranlagung zu Übergewicht oder Stresskrankheiten aller Art. Dr. Lütje: „Eine besonders wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Ernährung und ein womöglich ungesund hohes und anhaltendes Stressniveau der Mutter während der Schwangerschaft und des Kindes in der ersten Zeit nach der Geburt. Epigenetische Weichenstellungen brennen sich jetzt tief in die Biochemie der Zellen ein und erhöhen im ungünstigen Fall zeitlebens das Risiko für zum Beispiel Diabetes und Übergewicht, Herzinfarkt, Depression, Sucht- und Angsterkrankungen.“ Eine vorausschauende Gesundheitspolitik sollte sich zunehmend um die Aufklärung und Entlastung werdender Eltern kümmern. Das käme erwiesenermaßen der folgenden Generation zugute und vielleicht sogar Kindern, die erst Jahrzehnte später geboren werden, so beide Referenten.

 Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, den 5, Juli,  um 18 Uhr im „amalieFORUM“ des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses, Haselkamp 33

Im Anschluss besteht Gelegenheit, mit den Experten bei einem kleinen Imbiss ins Gespräch zu kommen. Ebenso besteht die Möglichkeit zur Buchsignierung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist kostenfrei.