Noch fehlt die Serienreife

Die Emmisionsfrage – H2 statt Strom?

Von Larissa Eckert

Mobil sein, ohne Ausstoß von schädlichen Abgasen, ist in der Köpfen vieler Menschen noch eine Vision. Nachhaltige Mobilität sollte jedoch Realität werden.

100% emissionsfreie Fortbewegung – das will die Hamburger HOCHBAHN mit ihren Bussen in der Zukunft erreichen. Aber wie? – Das habe ich mich gefragt, denn die Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen und diejenigen, die die Umweltsünden irgendwann ausbaden müssen. Ich als Jugendliche will also wissen wann- wann sind wir emissionsfrei in unserer Fortbewegung?

Derzeit setzt die Hamburger HOCHBAHN auf ihre Elektobusflotte. Jeder der in Hamburg schon einmal unterwegs war hat die leise surrenden Busse wohl einmal bemerkt.

Dennoch habe ich mich gefragt, warum es ausgerechnet der Elektoantrieb sein muss. Warum kein Wasserstoffantrieb?

Wasserstoffmotoren sind ähnlich nachhaltig wie Elektromotoren. Die Motoren werden mit Wasserstoff betankt. Im Inneren reagiert der Wasserstoff dann mit Sauerstoff wobei „Strom“ entsteht. Mit diesem „Strom“ wird dann ein Elektromotor angetrieben. Die einzigen Nebenprodukte die bei dieser Reaktion, als Abgase, entstehen sind Wärme und Wasserdampf.

Aber warum Elektro und nicht Wasserstoff?

Nach Aussagen des Pressesprechers der HOCHBAHN, Christoph Kreienbaum, seien die Wasserstoffbusse noch nicht serienreif. Aus der Sicht der Hamburger HOCHBAHN gibt es noch keine einsetzbaren bzw. serienreifen Wasserstoff betrieben Busse. Die Entwicklung der Elektrobusse ist einfach schon weiter. Somit ist es einfacher mit Elektromotoren zu arbeiten. Bereits ab 2020 wurden ausschließlich emissionsfreie Busse von der HOCHBAHN angeschafft. Bis 2025 sollen bis zu 530 elektobetriebene Busse angeschafft werden, wovon schon viele auf Hamburgs Straßen ihre Runden ziehen. Die Busse wurden bereits bei drei verschiedenen Herstellern in Auftrag gegeben.

Seit 2003 werden Erfahrungen mit Wasserstoffbussen in Hamburg gesammelt. In den Jahren 2012-2018 wurde bereits  ein Forschungsprojekt durchgeführt, bei dem einige mit Wasserstoff betriebenen Prototypen auf Hamburgs Straßen ihre Runden fuhren. 2018 endete das Projekt jedoch planmäßig. Somit sind derzeit keine Wasserstoffbusse auf den Straßen von Hamburg unterwegs. Allerdings ist eine Anschaffung von 50 wasserstoffbetribenen Linienbussen bis 2025 ausgeschrieben. Hoffnung liegt darin, so Kreienbaum, dass die ersten Busse bereits im nächsten Jahr, also 2023, Hamburg erreichen.

Die Vision von Wasserstoffbussen in Hamburg ist also durchaus realistisch, was auch die Hamburger HOCHBAHN  betont. Wasserstoffbusse haben durchaus große Vorteile, müssen aber noch die Serienreife erreichen. Ein guter Bus braucht eben noch etwas Zeit.

In einigen Orten in Deutschland fahren bereits Busse mit Wasserstoffantrieb im Linienverkehr. So zum Beispiel im Kreis Nordfriesland. Dort betreibt Autokraft bereits zwei Busse mit Wasserstoff. An den Wasserstofftankstellen in Husum und Niebüll werden die Busse regelmäßig betankt. Sogar der Wasserstoff zum Tanken wird regional produziert. Der Strom zur Herstellung vom Wasserstoff stammt von den regionalen Windkraftanlagen, die bekanntlich einen Überhang an Windenergie produzieren.

Die Vision von Wasserstoffbussen kann also Realität werden. Es ist nur Durchhaltevermögen gefragt.

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