Veloroute 6

Etwas für Romantiker, nicht für Praktiker

 Von Franziska Hoppermann

Das Konzept der „Velorouten“ entspringt der grundsätzlichen Idee, die Innenstadt sternförmig vom Stadtrand mit dem Fahrrad zu erreichen – als Alternative zu Auto oder ÖPNV, nicht für Gelegenheitsradler, sondern für die tägliche Nutzung (vgl. Velorouten im Internet auf „Hamburg.de“). Die Veloroute 6 beginnt am U-Bahnhof Volksdorf und soll über Farmsen und Wandsbek in die Innenstadt führen. Ihre Wegeführung ist allerdings für den schnellen, direkten Weg für Berufspendler und die tägliche Nutzung überhaupt nicht geeignet. Sie führt am Uppenhof entlang, durch die Schemmannstraße und dann die Berner Au, in absolutem Zick-Zack, eher einer Freizeitroute gleich. Mehrfache, auch interfraktionelle, Versuche, diese Wegeführung zu ändern und nutzungstauglicher zu gestalten, sind an der Landesebene gescheitert – mit der Begründung, dass einfach keine Veloroutenführung von vor 20 Jahren geändert werden soll. Ein wenig überzeugendes Argument.

Franziska Hoppermann erläutert die neue Veloroute 6, die von Volksdorf bis in die Innenstadt führt.

Nun war die Frage, wie die Veloroute 6 in Volksdorf starten soll. Wer sich in Volksdorf gut auskennt, weiß um die Verkehrs- und Parksituation im Uppenhof. Deshalb hat der Regionalausschuss einstimmig versucht, diese Radwegeführung auf die andere Seite des P+R-Hauses zu verlegen. Aber auch dies ist nicht gewollt. Stattdessen wird der Uppenhof nun auf Tempo 30 reduziert. Mit der Folge, dass (auch der Rad-)Verkehr aus der Eulenkrugstraße kommend in Richtung Bahnhof nun 3x abbremsen muss, um recht-vor-links Vorfahrt zu gewähren – was bei Tempo 50 bisher nicht erforderlich ist. Einzig positiv ist der Plan, die Einbiegung in die Eulenkrugstraße zu versetzen, um die Querung sicherer zu gestalten. Eine Forderung, die die CDU-Fraktion schon beim Bau des Kreisverkehrs erhoben hatte.

Absolut fragwürdig ist allerdings der Plan der Landesebene, wegen des Anschlusses an die Veloroute 6 einen Radschnellweg von Ahrensburg nach Volksdorf zu planen, um die Ahrensburger so schneller in die Hamburger Innenstadt zu bringen. Auch hier hat es eindeutige Hinweise der Bezirkspolitik gegeben, dass es z.B. entlang der Trasse der Regionalbahn (wo gerade separate Gleise für die S-Bahnlinie 4 geplant werden) deutlich schneller und besser möglich wäre, von Ahrensburg in die Innenstadt zu kommen. Dieser Radschnellweg soll nun stattdessen nach erster Idee über den Ahrensburger Weg, Lerchenberg, Claus-Ferck-Straße und Uppenhof führen – in 4 Meter-Breite. Ab hier bleibt einem nur die Romantik übrig, wie das in der Umsetzung funktionieren soll. Mit Praxis hat das nichts mehr zu tun.