Volksdorf: Dramatischer Personalmangel

Warten auf die Post

Pakete und Abos gehen vor, Briefe bleiben liegen

Die gesetzlichen Vorgaben sind klar: „Die Briefzustellung muss mindestens einmal werktäglich – somit auch an Samstagen – erfolgen“, so die Bundesnetzagentur. Und: „Im Jahresdurchschnitt müssen mindestens 80 Prozent der Briefsendungen in Deutschland am folgenden Werktag ausgeliefert werden, 95 Prozent müssen nach zwei Werktagen ankommen.“

Doch Personalmangel, hoher Krankheitsstand, die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, massenweise Päckchen und Pakete zum Weihnachtsfest. All dies macht es den Zustellern unmöglich, alle Sendungen zuzustellen. Im Verteilzentrum stapelt sich die Briefpost. In einigen Straßen wurde seit dem 23.November keine „Alltagspost“ zugestellt. Abonnierte Zeitungen und Pakete haben absoluten Vorrang.

Was können Sie tun, wenn Briefe nicht zugestellt werden?

Wer seine Post zu spät oder gar nicht bekommt, kann sich bei der Deutschen Post (die ist für 85 Prozent des Briefverkehrs in Deutschland verantwortlich) nur telefonisch beschweren. Und zwar unter:

Telefon: 0228 4333112 – (montags bis freitags 8-18 Uhr, Samstag 8-14 Uhr).

Wir brauchten 9 Minuten, bis wir einen (sehr höflichen) Mitarbeiter an der Leitung hatten, der sich für die Situation entschuldigte und versprach die Meldung weiterzuleiten. Doch, was hilft´s?

Der Bürgerverein lud mit seiner Mitgliederzeitung DAS WALDHORN rechtzeitig zur Adventsfeier am Sonntag, den 4.Dezember ein, engagierte Musikdarbietung, besorgte Dekoration, orderte ausreichend Kaffee und Kuchen. Lediglich 4 Mitglieder meldeten sich zur Teilnahme an. Alle anderen hatten keine Post erhalten. Auch die Ankündigung der Bürgervereins-Veranstaltung „DIALOG mit Bürgern“ zum Thema „Grundsteuer“ (für den 5. Dezember) erreichte die Mitglieder nicht. In der Straße Rehblöcken erhielt ein Anwohner am 7. Dezember den bis dato aufgelaufenen Briefstapel, im Heinsonweg war nach mehr als zwei Wochen auch am 8. Dezember noch keine Post in Sicht.

Was können Sie tun, wenn Briefe tatsächlich rund 14 Tage zu spät – oder gar nicht – bei Ihnen ankommen und dadurch  z.B.  Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt wurden und nun eine Mahnung ins Haus flattert? Gar nichts, denn die Post haftet nicht. Am besten, die Rechnung sofort bezahlen, denn die erste Mahnung ist kostenfrei.

Wie immer es auch sei, schimpfen Sie nicht mit dem Zusteller, denn den trifft nun wirklich keine Schuld. Vielleicht freut der sich aber auf einen Schluck heißen Kaffee oder darüber, dass er schnell mal Ihre Toilette benutzen darf.,