Volksdorf – Ein schöneres Dorf

Es geht „nur“ um Verkehrs – BERUHIGUNG

Dienstag, 14 Uhr, der Verkehr  schleicht sich stauend durch das Dorf

In einigen Zeitungen war zu lesen, dass die Politik ein „autofreies“ Volksdorf anstrebt. Was ist da dran und ist das überhaupt wünschenswert? Alle Dinge haben zwei Seiten. So ist es auch hier. Für den einen ist es angenehm, mitten im Dorf parken zu können und kurze Wege zum Arzt, zum Geschäft zu haben. Der andere ist genervt vom rollenden Verkehr, den Abgasen und den zugeparkten Fußwegen. Seit dem wir Volksdorfer 2005 an einem Rahmenplan für die Entwicklung des Ortskerns mitgewirkt haben, befassen sich einige Volksdorfer (auch der Bürgerverein) als „Bündnis Volksdorf“ mit der Weiterentwicklung der damaligen Ideen und für einen Interessenausgleich von Fußgängern, Radfahrern, Autofahrern – wobei die meisten von uns mal dieser und mal jener Gruppe angehören. Die Problematik ist jedem bekannt.

Dienstag, 16 Uhr, Parksuchverkehr, jetzt wird es eng

Am liebsten möchten wir direkt vor unserem Ziel das Auto abstellen können, überall ein Café vorfinden, in dem wir mitten im urbanen Getriebe, geschützt vor Lärm und Abgasen, die Ruhe und frische Luft genießen können.

Welche Lösung gibt es?

Wir denken, dass weniger Autoverkehr, dafür aber mehr Raum für Fußgänger, mobilitätseingeschränkte Mitbürger, Kinderwagen und Radfahrer hilfreich wären. Dazu muss es ausreichende Abstellflächen für unsere Autos geben. Ja, soll es auch. Doch, wie lange Wege trauen wir uns zu? Das ist unterschiedlich. Für den einen sind 10 Minuten nichts, für den anderen 15 Minuten kein Problem, für wieder andere 2 Minuten kaum zu schaffen. Daher benötigen wir Stellplätze in unterschiedlichen Entfernungen, gern mit der Einsicht zu benutzen, dass es Menschen gibt, die vor der Arztpraxis parken müssen. Vielleicht sogar mit der Garantie, hier mit einem Parkschein des Arztes für die Dauer des Besuchs parken zu dürfen. Das bedeutet aber, dass ab Dorfwinkel (hinter Gellermann) bis zum Uppenhof keine allgemeinen Abstellplätze angeboten werden. Im Klartext: PARKVERBOT aber Haltezonen für Kurzparker und Behinderte.

Welche Vorteile hat das?

Kein Auto würde immer wieder durch das Dorf fahren um einen Parkplatz zu suchen, denn es gibt keinen. Jeder darf hier fahren, um Personen abzusetzen oder Lasten einzuladen. Und Anwohner, Lieferverkehr und Personen mit Erlaubnis fahren zu ihrem Stellplatz. Das reduziert den Verkehr und Abgase gewaltig.

Es gibt mehr Platz für die Menschen zu Fuß und per Rad. Es gibt mehr Platz vor den Geschäften zum Auslegen der Ware. Es gibt mehr Platz zum Verweilen, für Bänke, für Cafés.

Einkaufen im Dorf – Zu Fuß und mit dem Rad

An einigen Stellen: fast 80% Verkehrsfläche für das Auto

Erst wenn die Straßen leer sind merkt man, wieviel Raum wir für Parkflächen hergeben, wieviel Platz wir bei einer besseren Gestaltung im Dorf hätten. Wir haben auf der Höhe des Friseurs VAINO einmal gemessen. Das Ergebnis ist erschreckend: vom Gebäude bis zum Straßenrand sind es 2,6 Meter Gehweg. Dann kommt die Parkzone mit 5 (!) Metern und die Straße (bis zum gegenüberliegenden Bordstein misst 5,6 Meter. Das heißt, eigentlich haben wir eine Breite (ohne den schmalen Gehweg vor der Ohlendorff´schen Villa) von insgesamt über 13 Meter, doch für Fußgänger nur einen Gehweganteil von etwa mehr als zweieinhalb Meter Breite. Das lässt ahnen, wieviel Potential es für eine bessere Lösung gibt.

Straße und Parkzone lassen nur 20 Prozent Gehweg

Auf der Höhe des „Café Hamer´s“ weist der Gehweg von der Gebäudekante bis zum Bordstein 4,30 Meter aus. Genug Platz um Stühle und Tische aufzustellen, wie der Alltag belegt. Die Straße selbst hat eine Breite von 8, 60 Metern, wird allerdings auf beiden Seiten durch Parkplätze auf 4,10 Meter eingegrenzt, was dem Radverkehr wenig Raum lässt.

Schon der Wegfall einer Parkspur gibt Raum

Unser Volksdorf lädt ein zum Bummeln, Kaufen, Erleben.

Die Politik bietet an, gemeinsam einen Versuch zu starten und auszuprobieren. Die Verwaltung wird – nach der Sommerpause – ein Planungsbüro beauftragen, um in einem breiten Dialog – mit Bürgern und Kaufleuten – Meinungen zu sammeln und Vorschläge zu unterbreiten. Volksdorf hat das Potential viel schöner und attraktiver zu werden. Es geht um unser Volksdorf. Nutzen wir die Gelegenheit und wirken wir daran mit.

Ein Beitrag vom Bündnis Volksdorf