Volksdorf: Unverpackt-Laden kämpft gegen die Inflation

Trotz Preissteigerungen setzt sich „Ohne Gedöns“  für stabile Preise ein.
Die beiden Inhaberinnen des Unverpackt-Ladens am Marktplatz beim U-Bahnhof Volksdorf haben sich entschieden, ihr Sortiment weitestgehend inflationsfrei zu führen. So wollen sie ihren Kunden weiterhin einen nachhaltigen und gesunden Einkauf ermöglichen.
Stabile Preise für die Kund*innen trotz Inflation
Peymaneh Nottbohm und Maren Schöning, die Ohne Gedöns“ vor fünf Jahren gegründet haben, wollen trotz der Inflation ihre Preise so lange wie möglich stabil halten. „Natürlich gibt es im Moment bei jeder Bestellung Preissteigerungen“, sagt Peymaneh Nottbohm. „aber die geben wir nicht direkt an unsere Kunden weiter und wenn es doch sein muss, äußerst moderat.“ Eine Preissenkung dagegen kommt den Kund*innen sofort zugute. „Aber das ist aktuell nicht besonders oft.“

Beim Einkaufen Geld sparen
Zudem haben die Verbraucher*innen die Möglichkeit, den Großteil der Produkte vergünstigt zu kaufen. Maren Schöning erläutert dazu: „Gegen einen monatlichen Fixbetrag können die Kund*innen bei ihrem Einkauf zwischen 5% und 15% sparen. Jede*r kann sich individuell ausrechnen, welche Variante für ihn oder sie am besten ist.“ Die Inhaberinnen erhoffen sich dadurch, noch mehr zum Nahversorger zu werden. „Wir decken bereits ein breites Spektrum an Produkten ab, die für den Wocheneinkauf wichtig sind“, sagt Peymaneh Nottbohm. „Wer zu uns kommt, profitiert also gleich mehrmals: Sie können sparen, den Wocheneinkauf größtenteils bei uns machen und ganz nebenbei sind sie auch noch nachhaltig unterwegs.“
Gelebte Solidarität unter den Kunden
Kund*innen spenden für Kund*innen, so lässt sich eine weitere Idee erklären, die es bei Ohne Gedöns gibt. „Jede*r, der etwas Geld übrig hat, kann für unser Spendenboard einen kleinen Gutschein kaufen und dort anhängen. Andere, die es momentan nicht so leicht haben, nehmen sich einen Gutschein und können so etwas mehr kaufen“, erklärt Peymaneh Nottbohm. „Wir haben es Karma-Board genannt“, ergänzt Maren Schöning schmunzelnd. Die Besucher*innen sind begeistert über diese solidarische Idee und der direkten Hilfe für Mitmenschen aus der Umgebung.
Bedarfsgerechtes Einkaufen schont den Geldbeutel
Schließlich kann sich auch die Tatsache, dass man bei Ohne Gedöns bedarfsgerecht einkaufen kann, am Ende des Monats in der Haushaltskasse bemerkbar machen. Wenn die Kund*innen nur die Mengen kaufen, die sich wirklich brauchen, landen weniger Lebensmittel in der Tonne. Laut dem BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) hat im Jahr 2020 jede*r Verbraucher*in 78kg Lebensmittel weggeworfen. Ein Teil davon ist vermeidbar und alle sind zur Mithilfe aufgerufen: der Handel genau wie die Kund*innen. Mit den Unverpackt-Läden eröffnen sich hier viele Möglichkeiten, diese Verschwendung einzudämmen.
Trotz aller Krisen sind die beiden Ladnerinnen entschlossen, ihren Laden aufrecht zu erhalten und entwickeln dafür Ideen, die auch den Kund*innen helfen. Dafür brauchen sie vor allem jetzt die Solidarität und Unterstützung der Walddörfer und darüber hinaus. „Kommt zu uns einkaufen, redet mit Freunden oder Kollegen darüber und empfehlt uns weiter. Sprecht mit uns über Wünsche, verschenkt Gutscheine, besorgt einen müllfreien Snack für die nächste Konferenz, nutzt eure Kontakte in den sozialen Medien“, wünschen sich Nottbohm und Schöning.