Volksdorf: Verkehrsversuch mit vielen Schwachstellen

Von Thilo Kleibauer (CDU)

Nun ist also der von SPD und Grünen beschlossene Verkehrsversuch im Volksdorfer Ortskern gestartet. Alle zentralen Kurzparkplätze im Bereich Im Alten Dorfe / Claus-Ferck-Straße werden damit bis Juli entfallen. Anders als der Projektname „Flaniermeile“ vermuten lässt, wird allerdings durch die provisorischen Umbaumaßnahmen gar kein zusätzlicher Platz für Fußgänger geschaffen.

Aus Sicht der CDU ist dieser Verkehrsversuch äußerst problematisch. Viele Punkte wurden bei der Planung überhaupt nicht berücksichtigt. Die Sperrung von Parkplätzen schafft an anderen Stellen im Ortskern neue Probleme. Gleichzeitig wird die Erreichbarkeit des Ortskerns für Menschen, die weiter weg wohnen oder keine anderen Verkehrsmittel nutzen können, eingeschränkt. Der Ortskern ist auch auf Besucher aus den umliegenden Stadtteilen und Gemeinden angewiesen. Hier müssen die Sorgen der örtlichen Geschäfte, Dienstleister oder Arztpraxen ernst genommen werden.

Anders als bei der Beschlussfassung versprochen, gibt es während des Verkehrsversuchs gar keine Verstärkungen der örtlichen Buslinien zu den Haupteinkaufszeiten. Damit werden keine zusätzlichen Angebote geschaffen, den Ortskern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Auch eine Aussetzung der Parkgebühren im P+R-Haus am U-Bahnhof wurde abgelehnt. Das Projekt kostet mehr als 300.000 Euro und viel Arbeitszeit. Es wäre viel sinnvoller gewesen, dieses Geld für gute dauerhafte Maßnahmen zur Verbesserung der Fußgängerbereiche und der Aufenthalts­qualität einzusetzen.

Wir setzen uns dafür ein, dass der Volksdorfer Ortskern mit vielen Angeboten für alle attraktiv bleibt. Dazu gehört auch eine Verbesserung der Verkehrssituation und ein gutes Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsmittel, aber keine umstrittenen Versuche, die mit der Brechstange umgesetzt werden.

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