Zwangsmaßnahmen ausgesetzt

Strom, Wasser, Gas:

Unternehmen verzichten auf Sperren

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, werden Gerichtsvollzieher in Hamburg Zwangsvollstreckungen in weiten Teilen aufschieben. Der Außendienst wird damit auf das Notwendigste heruntergefahren.  Die Leitungs- und Versorgungsunternehmen in Hamburg verzichten derzeit auf die Sperrung von Hausanschlüssen und setzen z. T. laufende Mahnverfahren gegen Kunden im Zahlungsverzug vorübergehend aus. Unzumutbare soziale Härten sollen so vermieden und die Belieferung der Haushalte mit Trinkwasser, Strom, Gas und Wärme soll für alle gewährleistet werden.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie: „Es ist gut, dass die Leitungs- und Versorgungsunternehmen in diesen Zeiten einen kulanten Umgang zusagen, um unzumutbare Härten für die Bevölkerung zu vermeiden. Gerade wenn die Menschen zu Hause ausharren müssen, bleibt die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom so für alle garantiert. Das ist eine vernünftige Maßnahme und gleichzeitig eine Botschaft der Solidarität, die ich ausdrücklich begrüße. Ich bedanke mich dafür bei den Unternehmen.“

Nathalie Leroy, Geschäftsführerin HAMBURG WASSER: „Die öffentliche und sichere Trinkwasserversorgung ist von elementarer Bedeutung für die Stadthygiene. Das wissen wir in Hamburg spätestens seit der Cholera-Epidemie. Angesichts der sprunghaften Entwicklung der Corona-Infektionen verzichten wir vorerst darauf, Kunden, die ihre Rechnung über einen langen Zeitraum hinweg nicht bezahlt haben, das Wasser abzustellen. Wir möchten damit dazu beitragen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus in unserer Stadt einzudämmen, indem wir hygienische Standards für alle erhalten. Gleichzeitig schützen wir unsere eigenen Mitarbeiter, weil wir Tätigkeiten mit Kundenkontakt durch diese Maßnahme weiter reduzieren.“

Michael Prinz, Geschäftsführer HAMBURG ENERGIE: „Unser Unternehmen hat Lösungen erarbeitet, damit seine Privatkunden, vor allem aber die von der Krise besonders betroffenen Geschäftskunden, nicht durch Zahlungsrückstände in wirtschaftliche Schieflage geraten. Die betroffenen Kunden werden gebeten, sich direkt mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen, um die individuellen Lösungen zu besprechen.“

Auch große Energieunternehmen als Versorger und Grundversorger haben sich beim Thema Zahlungsverzug und Sperren angesichts der aktuellen Lage für befristete kulante Lösungen gegenüber den Kunden entschieden.