Mellingburger Schleuse: Kosten vervierfacht – Fertigstellung weiter offen

Verzögerungen bei der Sanierung

CDU fordert Klarheit über Zeitplan und Kosten

Wolfgang Kühl an der Mellingburger Schleuse (Foto: CDU-Fraktion Wandsbek)

Seit 2015 weisen der Heimatbund Lemsahl-Mellingstedt, das Hotel Mellingburger Schleuse und die CDU wiederholt auf den schlechten Zustand des Denkmals „Mellingburger Schleuse“ hin und fordern eine grundlegende Sanierung. Dass die Stadt über Jahre nicht ausreichend tätig wurde, hatte schließlich auch Folgen für den Denkmalschutz: 2022 nahm der Denkmalverein Hamburg die Schleusenanlage in seine prominente Liste „Gefährdete Denkmäler“ auf.

Anfang 2025 begannen schließlich die Sanierungsarbeiten. Die Fertigstellung war ursprünglich für Ende 2025 vorgesehen. Dieser Termin wurde jedoch mehrfach verschoben, zuletzt auf das Ende des dritten Quartals 2026, anschließend auf Oktober 2026. Doch auch dieser Zeitplan wird offenbar nicht eingehalten. „Wir haben inzwischen Ende Oktober, und noch immer ist unklar, wann die Sanierung insgesamt tatsächlich abgeschlossen sein wird“, kritisieren die CDU-Bezirksabgeordneten Bianca Wollenweber (Oberalster) und Wolfgang Kühl (Alstertal). Auch in einer aktuellen Ankündigung des Bezirksamtes ist lediglich von der Fertigstellung wesentlicher Komponenten die Rede. Ein konkreter Termin für den vollständigen Abschluss wird weiterhin nicht genannt. Nach Beobachtungen vor Ort befindet sich der westliche Teil der Schleusenanlage zudem noch im Rohbauzustand.

Besonders kritisch sehen die beiden Abgeordneten die erhebliche Kostensteigerung. „Die Kosten sind nach den aktuellen offiziellen Zahlen von ursprünglich rund 1,1 Millionen Euro auf inzwischen rund 4,6 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von rund 300 Prozent. Eine solche Entwicklung wirft erhebliche Fragen zur Planung, Kostenkontrolle und Umsetzung dieses Projekts auf“, erklären Wollenweber und Kühl.

Auch bei den Fischaufstiegsanlagen drängt die Zeit

Neben der Sanierung der Mellingburger Schleuse steht eine weitere wichtige Aufgabe an: An der Mellingburger und der Wohldorfer Schleuse sind Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit vorgesehen. Hierzu gehört insbesondere die Errichtung von Fischaufstiegsanlagen.

Angesichts des Zielhorizonts 2027 der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sehen Wollenweber und Kühl auch hier erheblichen Handlungsbedarf. „Die Anforderungen sind seit Langem bekannt. Umso wichtiger ist es, dass die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig geplant und umgesetzt werden. Die Stadt muss transparent darlegen, wann mit dem Bau der Fischaufstiegsanlagen begonnen werden soll und wann mit ihrer Fertigstellung zu rechnen ist.“

Die CDU-Abgeordneten fordern deshalb vom Bezirksamt und den zuständigen Fachbehörden eine transparente Darstellung der Ursachen für die erheblichen Kostensteigerungen und Verzögerungen. Zudem erwarten sie einen verbindlichen Zeitplan für den vollständigen Abschluss der Sanierung sowie konkrete Angaben zur Planung und Umsetzung der Fischaufstiegsanlagen an der Mellingburger und der Wohldorfer Schleuse.