Ein Klavier, ein Klavier …

Pianistin Tatjana Reuschenbach und Geschäftsführer Andreas Schneider

Anlässlich des Neujahrsempfangs am 14. Januar 2020 in der Residenz am Wiesenkamp staunten die Bewohnerinnen und Bewohner nicht schlecht: Sie kamen in den Genuss eines ganz besonderen Klangerlebnisses, denn ihr neuer Flügel wurde standesgemäß von der vielfach ausgezeichneten Pianistin Tatjana Reuschenbach eingeweiht. Nun schmückt der erstklassige Flügel mit seinem satten Mahagoni-Glanz die Senioreneinrichtung. Erst im Dezember war das schöne Stück nach einer aufwändigen Restaurierung durch das Pianohaus Liebschner (Hagen) in die Residenz geliefert worden. Die Anschaffung wurde durch die Albertinen-Stiftung ermöglicht, aufbauend auf einer großzügigen Spende einer dankbaren Angehörigen. „Musik ist nicht nur unterhaltend, sie lindert auch Schmerzen, beruhigt und entspannt, verbessert die Stimmung und aktiviert Emotionen. Wir freuen uns, den Bewohnerinnen und Bewohnern mit dem neuen Flügel etwas Gutes zu tun,“ so die Geschäftsführerin der Albertinen-Stiftung Dr. Sabine Pfeifer über das Projekt. „Ich bin dankbar für die großzügige Spende“, sagte der Geschäftsführer der Residenz am Wiesenkamp Andreas Schneider in seiner Neujahrsansprache. „Es war der Spenderin aus Dankbarkeit über die gute Pflege ihres Verwandten wichtig, dass die Residenz am Wiesenkamp die Zuwendung direkt erreicht. Das ist für alle Kolleginnen und Kollegen ein großes Lob und bedeutet einen guten Start ins Neue Jahr“.

Gegen Stress und Vereinzelung

Premiere am 16.Januar um 20 Uhr in der KORALLE 

„Haben Sie mal im deutschen Einzelhandel gearbeitet? Dort regiert die Arbeit auf Abruf, die ein verlässliches Sozial- und Familienleben unmöglich macht. Keine gute Idee dort zu arbeiten? Aber auch wer von seinen Kindern  gute Schulnoten erhofft, damit ihnen vielleicht einmal eine Unikarriere winkt, wird sich wundern. Über 90% der wissenschaftlichen Kräfte der Universität haben befristete Verträge mit einer Vertragsdauer in den meisten Fällen von nur wenigen Monaten bis zu zwei Jahren. Sie tragen einen Großteil der universitären Lehre und bekommen dafür meist nicht einmal 500 € im Monat – über Jahre prekär ohne reale Perspektive….. Wer dann noch partout in die Zukunft blicken will, schaue sich die „Crowdworker“ an, eine Branche, die höchste Zuwachsraten verzeichnet. Dort herrscht purer Frühkapitalismus verschärft durch die globale Konkurrenz – bei jeder Bewerbung um einen Auftrag gibt es Millionen Mitbewerber….“

Das sind nur kurze Splitter aus dem Film „Der marktgerechte Mensch“. Das unternehmerische Risiko wird auf den Einzelnen verlagert. Stress bis in die „Freizeit“ und Vereinzelung lassen Solidarität und tragbaren sozialen Beziehungen immer weniger Raum. Mehr und mehr Menschen zerbrechen an dieser Last und glauben, an ihrem Schicksal schuld zu sein.

Die Premiere des Films „Der marktgerechte Mensch“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz  soll am 16.Januar  ein weithin hörbares Signal gegen Stress und Vereinzelung werden!

Europa ist im Umbruch. Die soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, stehen zur Disposition. Besonders der Arbeitsmarkt und mit ihm die Menschen verändern sich rasant. Hier setzt der Film „Der marktgerechte Mensch“ an.

Noch vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute. Aktuell arbeitet bereits die Hälfte der Beschäftigten in Unsicherheit! Der Film zeigt Fahrer für Essenslieferanten, die von einem Algorithmus gesteuert werden, Beschäftigte des Einzelhandels, die auf Abruf arbeiten, „Crowdworker“, die auf Internet-Plattformen mit der ganzen Welt konkurrieren. Auch Menschen in bisher sicher geglaubten Arbeitsstrukturen an Universitäten erleben wir in befristeten Arbeitsverhältnissen. Hier gibt es Planungshorizonte von nur wenigen Monaten bis zu einem Jahr. Dr. phil. Dr. rer. med. Peter Ullrich freut sich über einen neuen Vertrag für einen Monat: „Die Rente ist gesichert,“ feixt er.

All diesen modernen Arbeitsverhältnissen ist eines gemein: Der Arbeitgeber zieht sich aus sozialen Verpflichtungen zurück und lädt das wirtschaftliche und soziale Risiko auf den Rücken der Beschäftigten. Dabei stellt der Soziologe Simon Schaupp eine gewollte Atomisierung der Beschäftigten fest. „ Eine Tendenz, die intendiert, dass Leute isoliert werden und sich nicht so lästig selbstorganisieren.“

Bei mittleren- und oberen unbefristeten Leitungspositionen stellt sich das zwar etwas anders dar. Aber auch hier wird die Verantwortung für das Schicksal des Unternehmens gerne auf die Mitarbeiter abgeschoben. Beliebt ist das „Management by crisis“ – die Beschäftigten sollen das Unternehmen retten. Sie opfern sich dann auf, widmen ihr ganzes Leben der Firma. Was sie aber nicht davor rettet, am Telefon gekündigt oder wie ein Schwerverbrecher von der Security vor die Tür begleitet zu werden. Wissenschaftler erklären, wie solcher Stress und „ausgeschlossen sein“ systematisch körperliche Krankheiten auslösen.

Der Film zeigt Beispiele, wie Menschen an dieser Last und Unsicherheit zerbrechen, wie Depression und Burnout das Leben zur Hölle machen. Selbst in dieser fatalen Situation glauben noch viele, an ihrem Schicksal schuld und ein Einzelfall zu sein. Fatal ist, dass all diese gezeigten Arbeits- und Lebensformen sehr oft mit sozialer Isolierung und Einsamkeit verbunden sind – Symptome eines zerbrechenden Bindegewebes dieser Gesellschaft.

In einer Welt, die von Konkurrenz, Ausbeutung und uneingeschränkter Freiheit der Investoren getrieben ist, gibt es ein wesentliches Prinzip: „Race to the buttom“, der Wettbewerb um immer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne bei missachteter Menschenwürde. DER MARKTGERECHTE MENSCH zeigt unter welchen Bedingungen Fahrer von osteuropäischen Subunternehmern in der LKW- Transportbranche arbeiten und Nobelketten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Diese lassen ihre Produkte in Osteuropa von Arbeiterinnen fertigen, die 12 Stunden, 7 Tage die Woche Produkte im Akkord zusammennähen, für einen Lohn der fünffach unter dem Existenzminimum liegt. Und dennoch zieht die Karawane weiter dorthin, wo die Bedingungen für Investoren noch günstiger sind.Im Focus steht Äthiopien: Die ArbeiterInnen verdienen dort 27 Dollar im Monat, das ist die Hälfte des Lohnniveaus von Bangladesh! – Dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos. Der Film stellt Betriebe vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften, Beschäftigte von Lieferdiensten, die einen Betriebsrat gründen und die Kraft der Solidarität von jungen Menschen, die für einen Systemwandel eintreten. „Der marktgerechte Mensch“ ist ein Film, der Mut macht, sich einzumischen und zusammenzuschließen. Denn ein anderes Leben ist möglich. 

Schilddrüse – Kleines Organ, große Wirkung

Am 15. Januar informieren Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt des Albertinen Zentrums für Endokrine Chirurgie im Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhaus sowie Dr. Thomas Erichsen, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie im Rahmen der Veranstaltungsreihe „MedizinKompakt“ zum Thema „Schilddrüse – Kleines Organ, große Wirkung.“

Sie sitzt am Hals, hat das Aussehen eines Schmetterlings und regelt die Hormonproduktion des Körpers – die Schilddrüse. Sie ist ein kleines Organ mit großer Wirkung, denn Schilddrüsenerkrankungen führen in der Regel zu Störungen des Hormonhaushaltes: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, eine depressive Stimmungslage oder auch Kälteempfindlichkeit können Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein, während Nervosität,  Herzklopfen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hindeuten können. Schilddrüsenknoten und eine Vergrößerte Schilddrüsen (sog. Struma) machen nicht selten bei Halsenge und zur Abklärung eines möglichen bösartigen Knotens eine Operation erforderlich, bei einem Schilddrüsenkarzinom wird diese regelmäßig durchgeführt. Wichtig zu wissen ist, dass Schilddrüsenerkrankungen zwar in jedem Lebensalter auftreten können, aber je nach Alter zu unterschiedlichen Symptomen führen.

Die Referenten werden an diesem Abend mögliche Ursachen, Symptome sowie Diagnostik und Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen erläutern.

Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung haben Gelegenheit, sich umfassend zu informieren, Fragen an die Vortragenden zu richten und zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet statt am 15. Januar im amalieFORUM des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses, Haselkamp 33 , Beginn ist um 18 Uhr.